Sportentwicklung braucht ein Konzept

Der Westen, 07.04.2010, Carmen Friemond

 

 

Xanten. Im Sport bewegt sich auch eine Menge ohne Konzept. Nur, ob das zielführend ist, bezweifelt Wolfgang Roth. Sportentwicklung ohne Planung, so der SPD-Landtagskandidat, sei „zwar urwüchsig, aber nicht zweckrational“. Vernünftige Sportentwicklung müsse in großen Zusammenhängen erfolgen.

 

SWolfgang Roth SWolfgang Roth

Sitze Verwaltung am Tisch, dürfe sich dies dann nicht nur aufs Sportamt beschränken, da gehörten auch Schul- und Gesundheitsamt dazu und natürlich auch die Fachleute für die Stadtentwicklung. In Xanten, sagt Roth, werde fast ausschließlich über Sportstätten diskutiert und nicht über andere Zusammenhänge. Die Xantener SPD-Fraktion hätte es gerne anders gehabt, ist aber mit ihrem Vorstoß, einen Sportentwicklungsplan für Xanten auf den Weg zu bringen, gescheitert. Im ersten Anlauf.

„Bauen Sie
barrierefrei“

Denn dass die Genossen in Xanten nicht aufgeben sollen und wie es weitergehen könnte, war auch Thema eines Diskussionsabends der Fraktion. „Zukunftsorientierte Sportentwicklung benötigt transparente Sportpolitik“ war der Abend überschrieben. Auf dem Podium: Wolfgang Roth und Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages.

 

DDagmar Freitag DDagmar Freitag

Für die SPD-Bundestagsabgeordnete ist eine „vorausschauende Sportentwicklungsplanung, die die gesellschaftliche Entwicklung berücksichtigt“ ganz entscheidend. Zum einen veränderten sich die Sportarten. Der Verein, in dem sie als Kind Mitglied wurde, habe zwei Angebote gehabt: Turnen und Leichtathletik. Das biete der Verein immer noch an, so Dagmar Freitag, die auch Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist. Aber er habe die Zeit reagiert und auch neue Sportarten im Programm. Zweiter Punkt: „Bauen Sie barrierefrei.“ Nicht nur, um Menschen mit Behinderungen die Möglichkeiten zu bieten, Sport zu treiben. Die Gesellschaft werde immer älter und auch ältere Menschen profitierten von Barrierefreiheit.

Die Diskussion, an der Lehrer, Jugendliche und Vereinsvertreter teilnahmen, drehte sich schnell um das Thema, wo und wann anfangen, um die Menschen in Bewegung zu bringen? Idealerweise bereits im Kindergarten. Was bedeute, dass Erzieherinnen entsprechend ausgebildet werden müssten. Gäbe es mehr Sporthallen, könnten die Schulen mehr Sport anbieten. Hier müsse im Übrigen ein Bewusstseinswandel einsetzen: Entscheidend sei nicht, wer als erster ins Ziel komme, sondern dass jedes Kind entsprechend seiner Möglichkeiten gefördert werde.

Auch, wenn die SPD bislang keinen Erfolg hatte, für Xanten einen Sportentwicklungsplan durchzusetzen , aufgeben sollte sie nicht, so der Rat der Gäste. Lehrer, Vereine, alle die es anginge, sollten sich zusammensetzen, so Roth, und laut und deutlich sagen, was sie einfordern, „dann muss man sich wieder damit beschäftigen“.

 

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