Die neue (Regional-)Schule

VON RICHARD-LUCAS-THOMAS, UWE PLIEN UND JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 02.06.2011

Rheinberg (RPO). Alles wird diskutiert: eine Gemeinschaftsschule für Alpen, Sonsbeck und Xanten, eine Regionalschule als Gemeinschaftsschule im Zweckverband Xanten-Sonsbeck – aber keine Vereinnahmung des Stiftsgymnasiums.


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Die Termine

Anfang Juli findet bei der Bezirksregierung Düsseldorf eine Schulträgerberatung statt. Daran nehmen die betroffenen Schulleiter, Schulverwaltungsamtsmitarbeiter und Bürgermeister aus Xanten, Alpen und Sonsbeck teil.

Bis November muss ein Antrag auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2012 / 2013 vorliegen.

 


 

Alpen / Xanten/Sonsbeck Für Wolfgang Roth (MdL) und die Vorsitzenden der SPD-Fraktionen in Xanten, Sonsbeck und Alpen ist der Weg zur Gemeinschaftsschule für die drei Kommunen geebnet (RP v. 1. Juni). Die handelnden Akteure in den drei Kommunen reagierten gestern auf diesen "Schnellschuss" irritiert. Sonsbecks Bürgermeister Leo Giesbers grimmte im Gespräch mit der RP: "Nichts ist geebnet; es liegt nicht einmal eine rechtliche Bewertung der möglichen Kooperationsarten vor."

Dennoch schlagen er und die Bürgermeister Christian Strunk (Xanten) und Thomas Ahls (Alpen) versöhnliche Töne an. Die im Gespräch mit der RP von Roth angebotene hilfreiche Begleitung der Diskussion um die Neuordnung der Schullandschaft beim Schulministerium werde dankbar angenommen. "Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind", sagte Alpens Bürgermeister Ahls, der hinzufügte: "Mir kommt es darauf an, dass die Schulen gesichert sind. Wie die Schulform letztendlich heißt, ist dabei nicht so wichtig." Grundlage der Diskussion sei der Erhalt der ortsnahen Beschulung. Das Gymnasium in Xanten werde nicht zur Disposition gestellt.

Die Varianten: Die Diskussion ist noch lange nicht entschieden, doch zwei Varianten stehen im Gespräch. Die eine hat Regina Schneider, Leiterin der Walter-Bader-Realschule Xanten, vor der SPD-Fraktion Xanten erläutert, wie Jürgen Kappel (SPD Xanten) ausführte: eine Gemeinschaftsschule für alle drei Kommunen. Danach könnte eine Gemeinschaftsschule Xanten-Alpen gebildet, die einen Standort in Sonsbeck hätte. Das "gemeinsame Lernen" in den Jahrgangsstufen fünf und sechs fände in Xanten statt; danach gingen die Schüler wieder zurück an ihre Heimatstandorte. Die Oberstufe wäre dann wieder in Xanten. Idealerweise hätte diese Schule einen eigenen gymnasialen Zweig; Kooperationen mit dem Stiftsgymnasium gingen auch.

Eine zweite Variante geht davon aus, dass Alpen eine eigene Gemeinschaftsschule gründet. Xanten und Sonsbeck bilden einen Zweckverband, dem die beiden Hauptschulen und die Walter-Bader-Realschule angehören. Sonsbeck wäre Filiale dieser Schule. Der gymnasiale Zweig wird über die Kooperation mit dem Stiftsgymnasium gesichert, das den reibungslosen Schulübergang in einen G-9-Zug sichert. Die Kooperationsbereitschaft ist gesichert, wie Bürgermeister Strunk dazu gestern ausführte.

Sachstand: Diskutiert wird zwischen den drei Kommunen sowohl die Gemeinschaftslösung als auch der Zweckverband Xanten-Sonsbeck und der eigene Standort Alpen. Die Gemeinschaftslösung sei bereits bei der Bezirksregierung "auf große Skepsis gestoßen" (Strunk). Ein eigener Gymnasialzweig an der neuen Gemeinschaftsschule in Xanten ist nicht beabsichtigt. Strunk: "Wir haben ein intaktes Gymnasium; da macht dieser zusätzliche Zweig keinen Sinn. Und eine Gesamtschule streben wir nicht an. Wir konzentrieren uns auf den Erhalt des Standortes in Sonsbeck."

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