Presse-Info: Zuschuß für den Nibelungen(h)ort

SPD-Fraktion im Rat der Stadt Xanten
Information für die Presse

Betr.:Zuschuss für den Nibelungen(h)ort

Sicher sind einige Argumente von Frau Professor Nine Miedema bedenkenswert. Aber viele Überlegegungen hätten vor der Eröffnung des Museums bedacht werden müssen. Um nur einige zu nennen: ein Marketingkonzept, das das neue Museum für die Touristen bekannt macht; die Überlegungen, inwieweit das Museum in den Lehrstoff eingebunden werden kann; eine Untersuchung, ob ein drittes Museum sich in der Stadt überhaupt trägt. Aspekte wie diese hätten vorher bedacht und in entsprechender Weise auf den Weg gebracht werden müssen. So bleibt der Eindruck, die Hausaufgaben wurden nicht gemacht. Als Stadtrat haben wir zunächst die Aufgabe, über den städtischen Haushalt zu beraten und zu beschließen - das ist natürlich eine lokale Entscheidung. Aber wir sind in erster Linie den Bürgern der Stadt verantwortlich. Und bei aller Liebe zur Kultur, der wir uns sicher alle verpflichtet fühlen - die Xantener Bürger haben bisher nicht das Museum aus lauter Interesse überrannt. Wer über einen ständigen Zuschuss von mehr als 80.000 Euro jährlich entscheidet, muss wissen, dass ein Votum zugunsten dieser Einrichtung einen Kahlschlag für fast alle anderen lokalen Aktivitäten bedeutet. Wenn die wissenschaftliche und kulturelle Vertreter aus der Region der Auffassung sind, das Museum sei eine kulturell lohnenswerte, ja unverzichtbare Einrichtung, müssen sie sich finanziell in einem namhaften Betrag daran beteiligen.
„Die Hoffnung, dass sich die Besucherzahlen erhöhen, ist auf Sand gebaut. Fachleute sagen, dass die höchsten Besucherzahlen in dem ersten Jahr kommen, wenn die Einrichtung neu ist. Selbst die Stadtverwaltung schraubt ihre Erwartungen deutlich zurück und beschreibt den Trend als hinter den Erwartungen zurückgeblieben“, sagt der Fraktionsvorsitzende Jürgen Kappel. Bisher sind bereits mehr als 500.000 Euro investiert worden. Jährlich 80.000 Euro als Dauerzuschuss seien undenkbar.

Kappel warnt Bürgermeister Strunk und die CDU-Mehrheit davor, andere finanzielle Mittel, die zum Beispiel für die Jugend- und Altenarbeit sowie für soziale Aufgaben gedacht sind, dafür zu verwenden. Einen solchen Schritt würde die SPD-Fraktion nicht mittragen. „Zum Beispiel Gelder der Sozialstiftung anzutasten, um mit diesen Mitteln, die entsprechend der Stiftungsziele ausschließlich für die Xantener Bürger gedacht sind, Tourismusförderung zu betreiben, ist ein klarer Fall von Missbrauch.“

Quelle

Zusätzliche Informationen