Eine Schule für drei Kommunen

Alpen/Kreis Wesel. Wolfgang Roth hat’s gewusst: „Die Gemeinschaftsschule ist ein Erfolgsmodell“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete.

Der Westen, Rheinberg, 01.06.2011, Carmen Friemond

So erfolgreich, dass CDU-Bürgermeister ihre Blockadehaltung gegenüber dem Projekt der rot-grünen Landesregierung aufgeben würden, ergänzen die SPD-Fraktionsvorsitzenden aus Alpen, Xanten und Sonsbeck, Viktor Illenseer, Jürgen Kappel und Christa Weidinger. Die Bürgermeister aus diesen Kommunen führen nämlich Gespräche, um in Sachen Gemeinschaftsschule eine gemeinsame Lösung zu finden. „Der Weg zur Gemeinschaftsschule ist geebnet“, freut sich Roth.

So euphorisch wie Roth ist Sonsbecks Bürgermeister Leo Giesbers noch nicht. Es gebe noch nichts Spruchreifes, betont er. Vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen hätten sich die Bürgermeister zusammengesetzt und auch Gespräche mit zuständigen Stellen geführt.

Gemeinsames
längeres Lernen

Verschiedene Möglichkeiten würden diskutiert, wie eine Regionalschule mit allen drei Kommunen oder eine Schulverbandslösung für Xanten und Sonsbeck ohne Alpen, da die Alpener Zahlen auch eine eigenständige Lösung denkbar machen könnten. Aber noch einmal: Alles nicht spruchreif, noch kein politisches Gremium habe darüber beraten, geschweige denn beschlossen. Klar sei nur, dass mit Blick auf die Zukunft und die sinkenden Schülerzahlen die Notwendigkeit da sei, zu handeln. Zielsetzung sei, in den drei Orten die weiterführenden Schulen zu erhalten, der Weg dorthin aber noch nicht geklärt.

Vor einiger Zeit, erinnert der Xantener SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Kappel, habe seine Fraktion in Sachen Gemeinschaftsschule für Xanten nachgefragt. Die Antwort habe damals gelautet: „Kein Bedarf.“ Dass sich das jetzt auf einmal anders anhört, freut ihn. Durch die Gemeinschaftsschule werde das gemeinsame Lernen gefördert. Gerade Hauptschüler würden hier besser integriert und gefördert als das bisher der Fall gewesen sei.

Für Gemeinschaftsschüler gilt nicht, was für Kinder gilt, die weiter auf Haupt-, Realschule oder Gymnasium gehen: Hier wird nicht nach der vierten Klasse über den weiteren Lebensweg entschieden, sondern weiter gemeinsam gelernt, auf jeden Fall noch in den fünften und sechsten Klassen, je nach Konzept und Struktur auch noch länger.

Attraktiv und
zeitgemäß

An der künftigen Rheinberger Gemeinschaftsschule wird beispielsweise erstmals am Ende der achten Klassen mit den Eltern darüber gesprochen, welcher Schulabschluss der best mögliche für ihr Kind ist. Gemeinsames längeres Lernen, gerade in den Klassen 5 und 6 sei aufgrund der Entwicklungsphasen von Kindern ganz wichtig, betont Kappel. Für ihn ist die Gemeinschaftsschule „ein sehr reizvolles Schulprojekt“, zumal hier auch nicht von oben oder über die ideologische Schiene etwas verordnet werde, sondern vor Ort alle Beteiligten an einen Tisch kommen würden.

Neben den inhaltlichen Vorzügen sieht Wolfgang Roth mit dieser neuen Schulform die Möglichkeit für Kommunen, ihr Schulsystem wieder attraktiv und zeitgemäß zu gestalten. Er habe bereits zugesagt, gemeinsam mit den aktiv Beteiligten das Gespräch mit dem Schulministerium zu führen, um die interkommunale Schulentwicklung voranzutreiben. KLARTEXT SEITE 3

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