SPD verliert Gegengewicht zu Strunk

Rheinberg, 01.03.2011, DerWesten

Xanten. Es kann als ausgemachte Sache gelten, dass Karin Welge (SPD), erste Beigeordnete und Kämmerin von Xanten, Mitte Mai als Sozialdezernentin nach Gelsenkirchen wechselt.

Die Findungskommission unter der Leitung von Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) hat Karin Welge unter vier Bewerbern ausgewählt und dem Rat der Stadt für die Wahl vorgeschlagen.

Bei einer Mehrheit der SPD-Fraktion in Gelsenkirchen mit 34 von 66 Stimmen dürfte die Wahl am 17. März eine Formsache bleiben, zumal sich auch die CDU und die Grünen der Empfehlung für die noch in Xanten amtierende Kämmerin angeschlossen haben.

Für das Amt einer Dezernentin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz in Gelsenkirchen bringt die 48-jährige Welge das Rüstzeug mit. Schließlich ist sie für die Bereiche Soziales, Finanzen und Liegenschaften in Xanten als Erste Beigeordnete und Kämmerin seit 1998 verantwortlich.

Die Mutter zweier Töchter hat im Saarland Rechtswissenschaften studiert – kombiniert mit Zusatzstudiengängen in Verwaltungswissenschaften, Europäischer Integration und am Dolmetscher-Institut Saarbrücken (Französisch). Die beruflichen Stationen Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Büroleiterin für den SPD-Bundestagsabgeordneten Hans de With und hauptamtliche Dozentin an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW folgten.

Für Welge bedeutet der Wechsel in die 260 000-Einwohner-Stadt Gelsenkirchen mit der Besoldungsgruppe B5 eine finanzielle Verbesserung. Die Option auf eine erneute Kandidatur für die Bürgermeisterin von Xanten dürfte sie damit aber endgültig aufgegeben haben. Welge hatte die Bürgermeisterwahl 2009 gegen Christian Strunk (CDU) verloren.

In Xanten hängt jetzt viel davon ab, ob die Stelle der ersten Beigeordneten erneut besetzt wird. Aus Sicht der SPD-Fraktion und der Fraktion der FBI stellt Welge, deren Kompetenz als Kämmerin unbestritten ist, das Korrektiv zu Bürgermeister Christian Strunk dar.

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