Xanten kauft ein - 4,3 Millionen Euro für das Wassernetz

Rheinberg, 26.11.2010, Christoph Girschik

Infoveranstaltung der SPD und FBI zum Wasserpreis in der Gaststätte Hennemannn in  Marienbaum.l

Infoveranstaltung der SPD und FBI zum Wasserpreis in der Gaststätte Hennemannn in Marienbaum.l

 

Xanten-Marienbaum. Bis auf den letzten Platz besetzt war der Saal der Gaststätte Hennemann in Marienbaum.

Rund 60 überwiegend besorgte Bürgerinnen und Bürger aus dem Xantener Norden waren der Einladung der SPD und FBI gefolgt, um den neuesten Sachstand zum Thema „Wasserversorgung in den Ortschaften Marienbaum, Vynen und Obermörmter“ zu erfahren.

Die Zeit drängt. Da der Konzessionsvertrag für die Wasserversorgung zwischen der Stadt Xanten und den Stadtwerken Kalkar zum Ende des Jahres 2010 ausläuft, steht eine Entscheidung an, die sich spürbar auf den Wasserpreis auswirken muss. Mit Jürgen Kappel und Hans-Jürgen Thiele drängt die SPD-Fraktionsspitze darauf, den bestehenden Konzessionsvertrag mit den Stadtwerken Kalkar fortzuschreiben. Thiele: „Ich habe das Wasser aus Kalkar immer gerne getrunken, weil es gut und preiswert ist.“

Zur Erläuterung legte der FBI-Fraktionschef Herbert Dissen dann Zahlen vor, nach denen ein Vier-Personen-Haushalt im Xantener Norden heute rund 100 Euro weniger für die Wasserversorgung aus Kalkar zahlt als ein vergleichbarer Haushalt im Versorgungsgebiet des Kommunalen Wasserwerkes (KWW). Sorgen machten sich die meisten der Versammelten angesichts der laufenden Verhandlungen der Stadt Xanten mit den Stadtwerken Kalkar (SWK). Herbert Dissen: „Sollte die Stadt keinen Konzessionsvertrag abschließen, muss sie das Leitungsnetz vertragsgemäß zum gegenwärtigen Sachpreis erwerben.“

Seine Befürchtungen sollten sich bewahrheiten: Die Stadt Xanten hat dem Rat gestern eine Beschlussvorlage präsentiert, die den Kauf der Wasserversorgungsanlagen der Stadtwerke Kalkar im Gebiet der Stadt Xanten vorsieht. Der Kaufpreis beträgt 4 335 000 Euro. Nach der Vorlage würde der Wasserpreis für die Einwohner von Marienbaum, Vynen und Obermörmter (insgesamt 1468 Anschlüsse) um einen Preis steigen, der zwischen der Marge der SWK und des KWW liegt.

Hans-Jürgen Thiele kritisiert, dass es nicht nur um den Wasserpreis ginge: Der über schuldete Haushalt der Stadt Xanten würde zusätzlich beansprucht: „Die Zinsen und Tilgung zahlen wir alle.“

„Finanzielles
Abenteuer“

Insgesamt entpuppte sich die Veranstaltung in Marienbaum als Anti-Strunk-Demonstration. Dissen bemängelte, dass selbst den Ratsmitgliedern Auskünfte über die Wasserverträge verwehrt würden. Hans-Jürgen Thiele warnte vor dem „finanziellen Abenteuer“ des Bürgermeisters: „Das ist betriebswirtschaftlicher Unfug.“

Der so gescholtene Bürgermeister Christian Strunk will die Bürgerinnen und Bürger nun bald zusammen mit der CDU Xanten aus seiner Sicht informieren: Dienstag, 7. Dezember, um 18 Uhr in der Gaststätte Hennemann in Marienbaum und um 20 Uhr im Landhaus Spickermann in Vynen.

 

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